Indra Rios-Moore, New Yorker Jazzsängerin mit puertoricanischen Wurzeln und Tochter des Jazzbassisten Don Moore, hat international bereits ein ziemlich lautes Echo erzeugt. Für ihr erstes Album ‘Indra’ wurde sie mit dem Danish Music Award ausgezeichnet. Das Folgealbum ‘Heartland’ wurde vom Starproduzenten Larry Klein realisiert und von der London’s Sunday Times und The London Telegraph zum besten Jazzalbum des Jahres gekürt. Die Single ‘Little Black Train’ erreichte in den iTunes Jazz Charts Platz 1, und 2016 gewann sie den BMW Welt Jazz Award.
Wir hatten das große Glück, Indra und ihre Band am letztjährigen Lörracher Stimmen Festival live zu erleben. Nach wenigen Minuten wurde klar, dass dieses restlos ausverkaufte Konzert ein ganz besonderes ist: Zunächst fallen die Schönheit des Gesangs und die ungemein feinsinnige Instrumentierung ihrer dänischen Musiker auf. Nach und nach schält sich aber eine weitere Ebene heraus, die über das Musikalische hinausgeht. Indras Auftritt ist ein kluger, leiser Protest gegen politische und persönliche Zumutungen, gegen oberflächlichen Schein, gegen den Verlust sicher geglaubter Errungenschaften, die in unseren Tagen unvermittelt ins Wanken geraten sind. Der Wut und dem Zorn setzt sie Positivität, Hoffnung und Haltung entgegen. Manchmal äußert sich das ganz subtil zwischen den Zeilen, dann wieder ganz direkt über die Auswahl der Stücke und die Dringlichkeit der Interpretation. Das hat Größe und Qualität, wie sie nur ganz selten zu erleben ist. Die Badische Zeitung schrieb danach: „Das Publikum erlebte einen großen, seelenvollen Moment nicht nur innerhalb der diesjährigen „Stimmen“ – sondern in der ganzen 25-jährigen Geschichte des Festivals.“

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